Werner Dinger-Anlage: Gemeinschaft im Garten

Kommunales

SPD vor Ort bei Kleingärtnern

Die letzen Wochen konnte man es in jeder Zeitung lesen: Streik bei der Bahn, die Angestellten fordern mehr Lohn. 1910 hatte man dafür noch eine ganz andere Lösung an der Hand. Damals verfügten die Eisenbahner über ein recht geringes Einkommen, deshalb erhielt jeder ein Stück Land an den Schienen, das dazu beitragen sollte, seinen Lebensunterhalt zu sichern.

So entstanden die heute noch vorhandenen Kleingartenanlagen. Eine davon befindet sich in Neuhausen und trägt mittlerweile den Namen eines der wohl bekanntesten und engagiertesten Wormser Eisenbahnern: „Werner-Dinger-Anlage“. Die Kleingartenanlage gehört zum Unterbezirk Worms des Vereins Bahn-Landwirtschaft. Die Bahn-Landwirtschaft (BLw) ist eine betriebliche Sozialeinrichtung des Bundeseisenbahnvermögens und der Deutschen Bahn AG.

Vor Ort informierte sich der SPD Ortsverein Neuhausen mit Landtagsabgeordneten und SPD-Chef Jens Guth über die Anlage und den Verein. „Der Dialog der SPD mit den ortsansässigen Vereinen ist uns ein großes Anliegen“, betonte  SPD-Chef Jens Guth, „gerade in Vereinen wird Gemeinschaft und Solidarität gelebt“.

Fast jeder dieser Gärten ist ein Kleinod, so die Neuhausener Sozialdemokraten. Besonderes Lob gab es auch für das selbst erbaute und frisch renovierte Vereinsheim.

„Der Name Bahn-Landwirtschaft kommt gar nicht von den Kleingärten an sich“, erklärte Vorsitzender Wolfgang Obländer, „der Name kommt von den vielen Nebenerwerbslandwirten, also den Eisenbahnern, die auf dem Land wohnten und ja die Mehrheit der Arbeitnehmer der Bahn waren“. Diese Bahnangestellten bewirtschafteten Äcker, Wiesen, Weiden und Böschungen entlang den vielen Bahnlinien.

Der Unterbezirk in Worms hat 220 Mitglieder, wovon ein großer Teil Pächter der Gelände der BLw sind.  Außerdem veröffentlicht der Verein monatlich das Fachblatt „Bahn-Landwirt“.

Bildunterschrift: SPD Neuhausen mit dem Kleingarten-Vorsitzendem Wolfgang Obländer (2.v.r.)